Reon Argondian  

SURREALISTISCHER UTOPI

Reon, geb. 1948 in Prag, seit 1968 als Künstler in Italien, in der Schweiz und in Frankreich lebend, bezog 1971 eine alte Mühle inmitten eines Waldes in der Bretagne. Sein Land taufte er Argondia, dann er alle seine Gefühle, Empfindungen, Visionen und Träume ansiedelt und dank ciner stupenden Malkunst in eine Wirklichkeit holt, die den Betrachter fesselt, ihn einbezieht in diese Welt frei waltender Phantasie. Da vermag alles wieder geweckt zu werden, was einmal in uns selbst aus der antiken Legendengeschichte, aus Faust II oder Jugendträumereien fast Wirklichkeit werden durfte, im Zuge der realen Forderungen aber verdrängt wurde, verschwand.

Fast wie Neid kommt erst auf, auf diesen Menschen Reon, der es sich erlauben darf, seinen Visionen und Träumereien solch reale Form zu geben, dass sie leibhaftig erstehen, die schönen Hexen in ihrer zauberischen Umwelt, die Stätten der Gehelmnisse, Burgen und Brücken, und diese doch wieder verzaubert, der Wirklichkeit entfremdet. Ein Beispiel hierzu: "Es beginnt die Nacht des Schlafs der Schiffe." Die Planken und Spanten formen wundersehöne Schiffsrumpfe. Sie bestchen aber aus Ranken und Blattwerk. Was tut es, dass sie nieht dieht sein können, es sind Schiffe in ihrem ganzen Gehaben. Zauber ist dabei, in Form einer sehönen Hexe auf ihrem Pferd.

Likorne, Satyre, Zauberer, Seher, die ganze Welt des Irrealen, die auch in Literatur und Musik Gestalt suchte und fand, weiss Reon im Bilde anzufangen. Aus seinen Menschenköpfen, vor allem aus deren Augen strömt Wissen um alles Geheime, nicht real fassbare. Die Zutaten, Flügel statt Ohren, Kränze aus Lianen und Moos verstärken den Eindruck des Wissens um die letzten Dinge. Ein kaum vorstellbarer Prunk kennzeichnet seine Bilder, das Wurzelwerk mit unbezähmbarer Lebenskraft, darin seine Figuren der Zauberwelt sich heimisch fühlen, Alleen und Brücken, deren Raum-, Zeitlosigkeit und Pracht durch leuchtende Edelsteine noch vertieft oder erhöht werden. Die weiblichen Figuren entbeheren nieht einer ästhetischen Sinnlichkeit. So haben sie das Air des Ewigweiblichen, das uns hinanzieht. Seine Farben dienen vor allem dem Stimmungsgehalt. Wo sie aufleuchten, geschieht Wesentliches, im Abflug der Hexen zu Sabath, in der "Jagd des Vogels eine vergessenen Botschaft", in der "Wan derung der Suche neuen Glaubens", i "Geschenk für die Burg des Stierhoch muts", einer Satire königlichen Formats.

Nirgends im Bildwerk Reons ist Diabolik an sich, eine Ideologie oder de Wille zur Beeinflussung zu spüren. I seinen Bildern kommt alles zur kraft vollen Darstellung, was eines Men schen Seele bewegen, erträumen auszuschmücken und zu wünschen auch zu fürchten vermag.

Aus dem anfänglichen Neid wir aber bald Beglückung, dass es eine Menschen vergönnt ist, dank seine geistigen Vermögens wie aber dank seines malerischen Könnens, seiner Frei heit wohl auch solch seelisches Walte bildhaft zu gestalten.

Dafür ist Reon zu danken, dies i einer Zeit, darin das Zeigen der Gefühle Mut braucht, um so mehr.


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